Das pädagogische Konzept

Kindergarten Alois Schwarz Platz

Emotionalität - Eingewöhnungszeit

Die Erfüllung der emotionalen Grundbedürfnisse:
Geborgenheit, Sicherheit, liebender Kontakt und Prestige - ist die Voraussetzung dafür, dass das Kind Interessen und Initiativen für seine Umwelt entwickeln und Bindungen zu anderen Menschen eingehen kann.

Die Kindergartenpädagogin wird mit unterschiedlichen emotionellen Wünschen der Kinder konfrontiert. Den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Kinder mit Verständnis und Einfühlungsvermögen zu begegnen, gehört ebenso zur emotionalen Erziehung wie die Sorge um eine harmonische Grundstimmung im Kindergarten.

Eine Kindergartenatmosphäre, in der vielfältige Gefühlsäußerungen und positive Erlebnisse möglich sind, kann zu einer glücklichen Grundbefindlichkeit der Kinder und zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Der Eintritt in den Kindergarten verlangt vom Kind eine Loslösung von der engen Familienbindung und die Umstellung auf neue Bezugspersonen.

Eingewöhnungszeit

Um dem Kind einen leichten Einstieg in den Kindergartenalltag zu ermöglichen, sollte das Kind am ersten Kindergartentag von einer Bezugsperson begleitet werden. Ab dem zweiten Tag kann das Kind stundenweise den Kindergartenalltag kennen lernen. Die Ganztagsbetreuung ist erst ab der zweiten Woche ratsam.

Sozialverhalten

Die Erziehung zum Sozialverhalten wurde immer schon als Schwerpunkt der Kindergartenarbeit angesehen. Die Gruppe bietet dem Kind die beste Möglichkeit, soziales Verhalten zu erlernen:

  • die eigene Rolle innerhalb der Gruppe finden
  • mit anderen in Kontakt treten
  • mit anderen Gespräche führen
  • die Rolle der anderen anerkennen
  • Rücksicht nehmen auf andere
  • Freunde finden
  • Zuneigung zeigen können
  • Wir-Bewusstsein in der Gruppe erleben
  • neue Kinder in die Gruppengemeinschaft aufnehmen
  • Sicherheit in Beziehung zu Erwachsenen gewinnen
  • notwendige Forderungen des Erziehers einsehen und befolgen
  • in verschiedenen Sozialformen agieren können
  • vorgegebene oder von der Gruppe vereinbarte Regeln des Kindergartenalltags und im Spiel anerkennen und einhalten
  • Verlieren können
  • Meinungs- und Interessens- Gegensätze erkennen und akzeptieren lernen
  • Situationsangepasste Konfliktlösungen finden
  • Meinungs- und Interessenskonflikte friedlich lösen lernen
  • Aufgaben für die Gruppe übernehmen

Sprache

Die Sprache ist das wichtigste Mittel des Sozialkontakts. Ein Kind das sprachlich gefördert wird kann nicht nur besser sprechen, sondern auch besser denken. Sprache und Denken stellen eine funktionale Einheit dar. Die Sprachförderung die im Kindergarten geleistet wird, hilft mit, das Selbstbewusstsein sowie die Sozial- und Sachkompetenz des Kindes zu stärken und seine Startchancen in der Schule zu verbessern. Für die sprachliche Förderung im Kindergarten ist es wichtig, dass die Kindergartenpädagogin das individuelle Sprachniveau und die sprachliche Eigenart des einzelnen Kindes kennt und anerkennt. Nur wenn das Kind eine positive Anerkennung seines gegenwärtigen Sprachverhaltens erfährt, wird es bereit sein, neue sprachliche Anregungen aufzunehmen. Um den Wortschatz der Kinder zu erweitern und vertiefen, werden den Kindern Bilderbücher, didaktische Spiele, Fingerspiele, Bildgeschichten, Lieder, Rätsel, Klanggeschichten, Gedichte und vieles mehr angeboten.

Motorik

Körperliche Bewegungsfreude und geistige Entwicklung stehen in einer Wechselbeziehung zueinander. Durch regelmäßige Turn- und Rhythmikstunden sowie Bewegungsbaustellen und Bewegung im Freien wird im Kindergarten versucht, die Bewegungsfreude der Kinder zu fördern und bestehende Bewegungsdefizite auszugleichen. Durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ruhe und Bewegung wird eine Übersättigung des Kindes in einer bestimmten Richtung vermieden und die einseitige Beanspruchung seiner Kräfte verhindert.

Denn das tägliche Pendeln zwischen den Gegensätzen von Bewegung und Entspannung führt Kinder immer wieder zu ihrer Mitte zurück und hält ihr körperliches und geistiges Gleichgewicht aufrecht.

Wenn das Wetter es zulässt, gehen wir jeden Tag ins Freie um den Bewegungsbedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Auch der Feinmotorik wird im Kindergartenalltag große Bedeutung zugeschrieben. Um die Feinmotorik der Kinder zu fördern bieten wir viele Möglichkeiten:

  • Übungen mit Zange, Pipette, Pinzette
  • malen, zeichnen, basteln, kneten
  • schneiden
  • und vieles mehr

Wahrnehmung

Sinneseindrücke begleiten uns durch unser ganzes Leben und dienen als Grundlage unserer Realität. Die enge Verbindung von Wahrnehmen, Bewegen, Denken und Handeln ist im Kleinkind- und Vorschulalter ganz besonders deutlich ausgeprägt.

Man kann sogar sagen, dass Lernen im frühen Kindesalter in erster Linie Lernen über Wahrnehmung und Bewegung ist.

Der Begriff "Sensomotorik" kennzeichnet die untrennbare Einheit von Sinnes- (sensorischen) und Bewegungs-(motorischen) Handlungen. Sensomotorische Erfahrungen stellen auch aus der Sicht des Entwicklungspsychologen Piaget die Grundlage der kindlichen Entwicklung dar. Sie werde als Voraussetzung für die Entwicklung der Intelligenz und den Aufbau des logischen Denkens angesehen. Wohlüberlegte Geräteangebote und vorbereitete Spielgelegenheiten machen aus der Wahrnehmungsförderung kein sensorisches Stimulationsprogramm, sondern eine ganzheitliche Förderung, bei der das Kind selbst aktiv beteiligt ist.

Die Bereiche der Wahrnehmung

  • der Tastsinn (Gegenstände ertasten, Taststraße, Tastspiele)
  • der Gleichgewichtsinn (Turnstunden, Rhythmikstunden, Yogaübungen)
  • die Bewegungsempfindung (Partnerübungen, Entspannungsübungen, Tauziehen)
  • der Sehsinn (visuelle Wahrnehmung durch Bilderbücher)
  • der Hörsinn (Gehörskim, Rhythmik, Lieder, Klatschspiele)
  • der Geruchsinn (Geruchskim, Riechspiele)
  • der Geschmacksinn (Geschmack)

Schulvorbereitung

Durch das sorgfältig ausgewählte Bildungsangebot des Kindergartens wird das Kind angeregt, sich vielseitig zu betätigen. Es kann sich unterschiedlichen Aufgaben zuwenden und alles erproben, was es möchte. Es bekommt von der Kindergartenpädagogin Anregungen, die es ermutigen, Neues zu versuchen und kennenzulernen. Die Angebote sind individuell auf das Entwicklungsniveau des Kindes abgestimmt, damit seine Begabung bestmöglich gefördert wird. Das Kind lernt durch Spiel und durch Tun.

Je besser ein Kind spielen kann, desto besser kann es lernen.
Um die Kinder optimal auf die Schule vorzubereiten werden:

  • didaktische Spiele
  • Sprachübungen, Fingerspiele, Gedichte…..
  • Bilderbücher, Geschichten
  • Konzentrations- und Ausdauerübungen
  • Uhr kennen lernen
  • Geometrische und mathematische Übungen
  • Schreib- Zeichen- Malübungen
  • Puzzlespiele
  • Sortier- und Zuordnungsspiele
  • Gedächtnisübungen- Memoryspiele
  • Übungen des praktischen Lebens ( Maschen binden…..)
  • Bewegungsspiele, Rhythmikstunden

Aufgabe der Pädagogin

Sie respektiert das Kind, das arbeitet, ohne es zu unterbrechen.
Sie respektiert das Kind das Fehler macht, ohne es zu korrigieren.
Sie respektiert das Kind, das sich ausruht und die Arbeit anderer betrachtet, ohne es zu stören oder es zur Arbeit zu zwingen.
Sie bietet den Kindern immer wieder neue Arbeiten und Aktivitäten an.
Sie hat immer ein offenes Ohr für die Anliegen und Sorgen der Kinder und Eltern.