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Die Geschichte

Das bemerkenswerte barocke Bürgerhaus zählt zu der, entlang der Hauptstraße von Eisenstadt und innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer des 14. Jahrhunderts signifikanten Verbauungskultur und weist aufgrund der Folgen historischer Ereignisse, wie Kriegswirren und wiederholter Großbrände, eine gewachsenen Bausubstanz auf. Bestimmend für dessen Entwicklung jedoch sind im wesentlichen der verheerende Großbrand von 1589 und die Erhebung Eisenstadts zu königlichen Freistadt durch Kaiser Ferdinand III. im Jahre 1648. In dieser Zeit erfolgte auch die Herrschaftsübernahme durch die Familie Esterházy.

 

Aus der Besitzergeschichte dieses Bürgerhauses ist die 1758 überlieferte Nennung einer Lederei des Joseph Paur hervorzuheben, dessen Familie 1526 erstmals urkundlich aufscheint. Dieser Handwerksbetrieb entwickelte sich zu einer kleinen Industrie, die in der Gebäudestruktur deutlich ablesbar ist. Unter der Familie Grüßner, welche den Betrieb 1827 übernahm und bis in die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterführte, fand 1846 die letzte Ausbauphase des Objektes mit einem aufwendigen Umbau des größeren Betriebsobjektes im Hofareal statt.

Ca. 250 Jahre befand sich hier die Ledermanufaktur, welche um die Jahrhundertwende in einen Orgelbauerbetrieb wechselte, der ca. 80 Jahre in zwei Generationen Orgeln produzierte, daher auch der Name "Orgelbauerhaus".

 

Hinter dem Tor des Hauses Hauptstraße 22 verbirgt sich ein Baujuwel. Vor zwei Jahren hat der Apotheker Mag. Robert Müntz das Haus gekauft und renoviert es seither unermüdlich.

Viele Besucher und der Hausherr selbst, fühlen sich beim Betreten des Hauses als ob sie in ein anderes Jahrhundert versetzt werden. Es soll der Charme des Hauses wieder aufleben, so die Intention des Hausherren Robert Müntz.

 

Die Wohnung im vorderen Teil ist nahezu original erhalten, daran angeschlossen war die Werkstatt, in der zuerst Lederwaren und später Orgeln gebaut wurden.

Diesen hinteren Trakt öffnet Robert Müntz für die Öffentlichkeit. Mit viel Liebe hat er einen mit allen technischen Möglichkeiten ausgestatteten Konzertsaal eingerichtet, der für ca. 100 Personen Platz bietet.

 

Robert Müntz hat auch eine Orgel aus dem Jahr 1787 restauriert. Der verwunschene Garten des Hauses wird behutsam zurückgeführt, sodass wieder der Biedermeiergarten von einst lebendig wird.