
Kümmerlingstein, Familiengruft der Familie Esterházy, Germbuttn-Baum, Kürschnergrube, Antonikapelle, Der vergrabene Schatz, Teufelskirnstein bei St. Jörgen
Kümmerlingstein (Kleinhöflein)
Auf dem Weg Richtung Wald steht auf der rechten Seite der Kümmerlingstein. In den Schenkhäusern des Dorfes erzählen auch heute noch, meistens zu späterer Stunde, ältere Bewohner die Geschichten rund um diesen Stein. Der Erzählung nach verbeugt sich dieser vor dem fleißigsten Bauer, der als erster frühmorgens beim Stein vorbeigeht. So wurden einige nicht ganz so fleißige Bauernsburschen über die Jahrhunderte hinweg zum Frühaufstehen animiert.
Familiengruft der Familie Esterházy (Eisenstadt)
Am 31. März 1682 verstarb Ursula Esterházy, die Frau des Fürsten Paul I. Esterházy. Dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend wurde sie stehend aufgebahrt. Das geheimnisvolle und auch heute nicht nachvollziehbare war und ist, dass der Leichnam Ursula Esterházys nicht verweste, sondern mumifizierte. Nachdem sich im Laufe der Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte wallfahrtsähnliche Zustände entwickelt hatten, war man gezwungen, Anfang des 20. Jhdt. den Leichnam umzubetten und die Gruft zu verschließen.
Germbuttn-Baum (Kleinhöflein)
Im Wald in Kleinhöflein, (vorbei an der Siedlung Pröstlweg) einfach dem Weg in den Wald folgend, kommt man nach ca. 20 Gehminuten zum Germbuttnbaum. Der Erzählung nach erfror an dieser Stelle, beim Baum schlafend, ein Schmuggler. Dieser Mann schmuggelte "Germ" in einer großen Buttn von Niederösterreich ins damalige Westungarn. Den Schmugglern der damaligen Zeit fuhr der Schreck dermaßen in die Glieder, dass sie diesen Schmugglerpfad nie mehr benutzten.
Kürschnergrube (Eisenstadt)
Ausgehend vom Schloss Esterházy durch den Schlosspark hindurch, weiter nach Norden, vorbei an der Johannesgrotte (entlang des markierten Wanderweges) kommt man nach ca. 1,5 Stunden zur Kürschnergrube (Hornsteiner Hotter). Die Kürschnergrube ist ein alter Steinbruch mit einer tiefen Höhle im Leithagebirge, sie diente in Notzeiten wahrscheinlich als Zufluchtstätte der Bewohner von Eisenstadt. Der Name stammte angeblich von dem feinen Sand, den sich die Kürschner dort holten.
Antonikapelle (Eisenstadt)
Der Antonigraben ist ein grabenartiges, enges Tal im Leithagebirge, westlich der Gloriette. Hier pflegten die Mädchen angeblich den hl. Antonius um einen Mann anzuflehen. Die Kapelle wurde um 1700 errichtet, im Jahre 1900 wurde eine neugotische Nische darüber gebaut.
Der vergrabene Schatz (Eisenstadt)
In der Hauptstraße oder in der Pfarrgasse (hier scheiden sich die Geister) soll ein - im Bedrängnis der Türkenzeit vergrabener - Schatz zu finden sein. Einmal im Jahr zur Mitternachtsstunde in einer bestimmten Vollmondnacht, zeigt der Schatten des Pfarrkirchturms die verborgene Stelle an.
Teufelskirnstein bei St.Jörgen (St. Georgen)
In der alten Zeit lebte einmal ein Teufel im Eichenwald am Scheibenberg bei St. Jörgen. Dieser Teufel hatte sich mit dem Oberteufel in der Hölle verfeindet und wurde aus der Hölle verbannt, sodass er sich im besagten Eichenwald niederließ. Tagsüber führte er seine Tiere auf die Weide, die Nächte verbrachte er unter einem mächtigen Felsen, der heute noch Teufelskirnstein heißt. Am Abend stieg er auf den Stein und lockte mit heiserem Geschrei und Peitschengeknalle seine weidenden Haustiere. Der Teufel hatte seine Freude jeden Abend einen Höllenlärm zu machen, sodass den Leuten in St.Jörgen die Haare zu Bergen standen, die Haustiere störrisch wurden, und es den Milchkühen die Milch verschlug. Die Bauern wünschten den Teufel in die Hölle. Eines Tages kam ein fremder, alter Mann aus der Gefangenschaft. Er suchte einen Platz wo er in aller Stille als Einsiedler leben kann. Der Bürgermeister bot an in St.Jörgen zu bleiben. Er hatte jedoch eine Bitte und erzählte ihm vom Teufel im nahen Eichenwald, den nur ein frommer Einsiedler vertreiben könne. Der alte Mann überlegte und sagte dann zu. Am nächsten Tag wanderte er zum Scheibenberg und begann mit dem Bau der Einsiedelei. Es dauerte nicht lange, da kam der Teufel und fragte neugierig was der alte Mann hier tut. Der Alte antwortete ihm, dass er im Namen der Gemeinde dem Teufel eine neue Behausung bauen werde. Vor lauter Freude sprang der Teufel durch den Wald und machte wieder einen Höllenlärm, sodass die Bewohner die ganze Nacht nicht schlafen konnten. In den nächsten Tagen half der Teufel dem alten Mann beim Bauen. Im Dorf hatte man in aller Stille eine Glocke geweiht und sie im Geheimen zur Einsiedelei gebracht. Am Abend läutete der alte Einsiedler zum ersten Mal die Glocke. Das war für den Teufel eine Höllenmarter, er fuhr wie der Blitz auf und davon und ward nicht mehr gesehen. Die Bauern von St. Jörgen hatten am Abend von nun an Ruhe. Aus den Fußstapfen des Teufels sproßen bald Farnkräuter. Nichts erinnert mehr an ihn. Auch die Klause des Einsiedlers ist längst verfallen, nur noch ein paar moosige Steine liegen dort, wo sie einst stand.