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Aus Eisenstadt

Eisenstadt erlässt befristete Bausperre

Bebauungsplan stellt qualitätsvolle Nachverdichtung sicher

Bürgermeister Thomas Steiner (2.v.l.) mit der Obfrau des Bauausschusses Ruth Klinger-Zechmeister sowie den Mitarbeitern der Fachabteilung, Baudirektor Werner Fleischhacker und Gerald Werschlein (r.).

Bürgermeister Thomas Steiner mit der Obfrau des Bauauschusses Ruth Klinger-Zechmeister und dem Plan des Gebietes, über den die Bausperre erlassen werden soll.

„Wohnen und bauen in Eisenstadt ist beliebt. Es gibt in vielen Stadtteilen – vor allem auch in klassischen Einfamilienhausgebieten –  Nachverdichtungswünsche von Investoren und Bauträgern. Da setzen wir jetzt einen Riegel vor. Nachverdichtung ja, aber qualitätsvolle Nachverdichtung, die ins Ortsbild passt“, so Bürgermeister Thomas Steiner, der weiter erklärt: „Eisenstadt macht Stadtentwicklung mit Verantwortung und Weitblick. Wir reagieren auf den steigenden Siedlungsdruck in diesen Gebieten und erarbeiten einen flächendeckenden Bebauungsplan. Bis dahin gibt es einen auf zwei Jahre befristeten Baustopp über einen Großteil des Stadtgebietes.“

Eisenstadt ist eine wachsende Stadt, in der sich vor allem Familien gerne niederlassen. Eisenstadt hat den richtigen Mix aus Lebensqualität, vielen Arbeitsplätzen und einem hohen Versorgungsgrad der Bevölkerung. „Wir wollen unsere Stadt nachhaltig entwickeln und Eisenstadt mit ebendieser hohen Lebensqualität an die künftigen Generationen übergeben“, so Steiner, der weiter erläutert: „Dazu gehört auch, dass wir dort, wo wir eine dörfliche und kleine Struktur haben, diese auch erhalten wollen und keine großen Wohnbauten mitten zwischen Einfamilienhäusern.“ Genau in diesen Bereichen hat sich aber in der jüngsten Vergangenheit mehr und mehr Interesse entwickelt. Denn die Stadt hat ihre absoluten und temporären Siedlungsgrenzen festgelegt und macht keine großflächigen Umwidmungen für Wohnbauten mehr.

 „Da die sprichwörtliche grüne Wiese als Baugebiet nun ausfällt, rücken Leerstände im Ortskern oder Regionen mit geringer Siedlungsdichte immer mehr in den Fokus von Bauträgern“, so Steiner. In Gebieten mit klassischen Einfamilienhäusern kommt es verstärkt zum Ankauf dieser Liegenschaften oder Leerständen in Ortsgebieten und zur Neuerrichtung von Wohngebäuden. Das Problem: Über bereits verbaute Baugebiete sind keine rechtlich verbindlichen Gestaltungsgrundlagen vorhanden. Zudem hat die Erfahrung der vergangenen Jahre gezeigt, dass Nachverdichtungsprozesse und Städtebau eben ohne Bebauungsplan zu Problemen führen.

Steiner: Keine Auswirkungen auf „normale“ Häuslbauer

„Um auch sicherzustellen, dass sich neue Bauvorhaben in den Baubestand integrieren und ästhetisch ins Ortsbild einfügen, wollen wir nun einen flächendeckenden Bebauungsplan über das gesamte Stadtgebiet entwickeln“, so Steiner, der weiter feststellt: „Wir müssen uns dabei vor allem die Frage stellen: Wie viele Wohneinheiten lassen wir auf einer bestimmten Grundstücksfläche zu.“ Das Verhältnis zwischen verbauter Fläche und Wohneinheiten wird also eine große Rolle spielen. Gerade über diese Regionen wird nun während der Erarbeitung des Bebauungsplanes eine Bausperre verhängt. Bereits genehmigte Bauvorhaben sind freilich davon nicht betroffen. Was bedeutet die Bausperre für normale Häuslbauer? „Nichts!“, verspricht Bürgermeister Steiner: „Es geht um große Bauprojekte und nicht um den Bau von normalen Einfamilienhäusern.“

Experten und die Fachabteilung der Stadt Eisenstadt haben für die von der Bausperre betroffenen Regionen, einen Vorschlag erarbeitet. Das sind etwa 212 Hektar des Stadtgebietes. Dieser Vorschlag wird nun in der Steuerungsgruppe mit allen Parteien diskutiert. Dann geht der Vorschlag in den Gemeinderat und soll dort beschlossen werden.  

 

Klinger-Zechmeister: Bürgerbeteiligung und völlige Transparenz beim Gestaltungskonzept

Für eine transparente, qualitätsvolle und nachhaltige Stadtentwicklung sind die Erarbeitung eines örtlichen Gestaltungskonzeptes und eines Bebauungsplanes für Eisenstadt die entscheidende Grundlage. Mangelnde Aufklärung der Bevölkerung, der Anrainer, führte zu Unmut und Beschwerden und enormen emotionalen Konflikten zwischen Bauträgern, Politik und Stadtverwaltung auf der einen und den Anrainern auf der anderen Seite. „Deswegen wird die Bevölkerung so früh wie möglich eingebunden werden“, verspricht die Obfrau des Bauausschusses, Ruth Klinger-Zechmeister. Bewohner und Eigentümer können sich an der Erarbeitung des Bebauungsplanes im Zuge von Planungsworkshops beteiligen.