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Aus Eisenstadt

„Nachbarschaftshilfe Plus“ in Eisenstadt gestartet

Büro im Eisenstädter Rathaus offiziell eröffnet

Bürgermeister Thomas Steiner mit der Standortkoordinatorin Anika Reismüller Kaupe vor dem neuen Büro im Eisenstädter Rathaus.

In Eisenstadt gibt es schon Vieles, was das Leben in der „kleinsten Großstadt der Welt“ schöner macht.  Nachbarschaftshilfe Plus ist ein zusätzlicher Puzzlestein des Stadtentwicklungsplans, der besonders die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung im Blick hat. Im letzten Jahr stellte die Stadt Eisenstadt das Projekt vor. Mit 26. Mai bezog das Projekt mit der Standortkoordinatorin Anika Reismüller-Kaupe die Räumlichkeiten im Eisenstädter Rathaus. „Diese Art der gemeindenahen Versorgung erleichtert nicht nur das Alltagsleben der Betroffenen, sondern belebt auch das generationsübergreifende Miteinander in der Stadt. Es war für mich klar, dass wir das den Eisenstädtern anbieten wollen“, so Bürgermeister Thomas Steiner im Rahmen der heutigen Eröffnung. 

Älteren wird durch kleine Unterstützungsdienste ermöglicht, dass sie lange eigenständig im vertrauten Zuhause leben können und dabei eine hohe Lebensqualität genießen. Dadurch entstehen nicht nur neue Beziehungen – oft über Generationsgrenzen hinweg – sondern es wird auch ganz konkret im Alltag geholfen. „Hier wird ein altes und bewährtes Prinzip neu belebt und auf professionelle Beine gestellt. Das nennt sich vollkommen zu Recht ‚Nachbarschaftshilfe Plus‘, denn meist braucht es nur wenige Handgriffe um ältere oder kranke Menschen zu unterstützen“, so Steiner.

So werden Angehörige immer wieder entlastet, die entweder weiter weg wohnen oder aus beruflichen Gründen unter der Woche nur schwer greifbar sind.  Ehrenamtliche schenken einen Teil ihrer Freizeit, in dem sie sich aktiv einbringen und das schöne Gefühl verspüren,  gebraucht zu werden. Sie sind das Herz des Projektes. Sie können flexibel entscheiden, welche Dienste sie gerne übernehmen möchten, sind versichert und werden  von der Büro Mitarbeiterin gut betreut, die die sozialen Dienste koordiniert. „Gesicht“ und Ansprechpartner ist Anika Reismüller Kaupe: „Es freut mich sehr, dass ich in der kurzen Zeit in der die NH+ in Eisenstadt aktiv ist, bereits spüre, wie positiv sowohl die ehrenamtlichen Mitarbeiter als auch die ältere Generation auf die NH+ reagiert. Unsere bisher eingeschränkten sozialen Dienste wurden  bereits dankbar und zahlreich in Anspruch genommen.“

Wie funktioniert’s konkret?

BürgerInnen, die Unterstützung brauchen, melden sich im Büro von Nachbarschaftshilfe Plus und deponieren Ihren Bedarf, die Büro Mitarbeiterin übernimmt dann die Koordination

und sucht den/die geeignete/n Ehrenamtliche/n für den sozialen Dienst.

Das Angebot an sozialen Diensten:

  • Einkaufsservice (Dinge des täglichen Bedarfs und Medikamente werden besorgt und nach Hause gebracht)
  • (Telefon)Besuchsdienste (plaudern, austauschen, in Kontakt kommen oder bleiben)
  • Spaziergehdienst (in Begleitung durch die Stadt und seine Ortsteile spazieren, zum „Lieblingsbankerl“, ins Kaffee)
  • Fahr- und Begleitdienste (in Begleitung zur medizinischen Versorgung, zum Einkauf, zu Behörden)

„Um die Fahr- und Begleitdienste auch entsprechend umsetzen zu können, stellen wir den Ehrenamtlichen aufgeladene Taxikarten und Fahrscheine für den Stadtbus zur Verfügung. So können wir gleichzeitig auch einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz leisten“, erklärt Gemeinderätin Waltraud Bachmaier, die sich federführend um die Betreuung des Projektes kümmert.

Aktuell werden die sozialen Dienste natürlich unter Einhaltung der Abstandsregel und mit NMS Masken durchgeführt. Nachdem es in Eisenstadt ein attraktives Mobilitätsangebot gibt, können auch die Stadtbusse und das City Taxi Angebot im Rahmen der Dienste genützt werden.  Nicht Teil des Angebotes sind Pflegedienste und hauswirtschaftliche Dienste – dafür gibt es gut etablierte Partnerorganisationen in Eisenstadt.  Alle Dienste sind für die Bevölkerung gratis, die Kosten trägt die Stadt, das Land stellt eine Co Finanzierung zur Verfügung.

Generelles zu Nachbarschaftshilfe Plus:

Aktuell gibt es das Projekt in 21 Gemeinden, davon 2 Städten im Burgenland.  Im Zeitraum 2014-2019 wurden bereits über 25.000 soziale Dienste in den Partnergemeinden koordiniert, das Projekt ist mehrfach ausgezeichnet und gilt mittlerweile als kleines Erfolgsmodell zur Stärkung des Sozialkapitals und der Unterstützung überparteilicher Gemeindekooperationen. Im Rahmen eines überparteilichen Kooperationsprojektes werden ab 2020 in dann 21 Partnergemeinden/-städten soziale Dienste angeboten, von Teilzeitangestellten koordiniert und von Ehrenamtlichen ausgeführt. Projektträger ist ein gemeinnütziger Verein, finanziert wird das Projekt von den Gemeinden, und das Land Burgenland stellt eine Co-Finanzierung zur Verfügung.