Das pädagogische Konzept

Kindergarten Alois Schwarz Platz

Emotionalität - Eingewöhnungszeit

Die Erfüllung der emotionalen Grundbedürfnisse:
Geborgenheit, Sicherheit, liebender Kontakt und Prestige - ist die Voraussetzung dafür, dass das Kind Interessen und Initiativen für seine Umwelt entwickeln und Bindungen zu anderen Menschen eingehen kann.

Die Kindergartenpädagogin wird mit unterschiedlichen emotionellen Wünschen der Kinder konfrontiert. Den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Kinder mit Verständnis und Einfühlungsvermögen zu begegnen, gehört ebenso zur emotionalen Erziehung wie die Sorge um eine harmonische Grundstimmung im Kindergarten.

Eine Kindergartenatmosphäre, in der vielfältige Gefühlsäußerungen und positive Erlebnisse möglich sind, kann zu einer glücklichen Grundbefindlichkeit der Kinder und zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Der Eintritt in den Kindergarten verlangt vom Kind eine Loslösung von der engen Familienbindung und die Umstellung auf neue Bezugspersonen.

Eingewöhnungskonzept

Unser Eingewöhnungskonzept orientiert sich am „Berliner Eingewöhnungsmodell“. Es wird in folgende Phasen eingeteilt:

  1. Grundphase der Eingewöhnung Drei Tage begleiten Eltern ihr Kind max. eine Stunde in die Gruppe. Am vierten Tag findet der erste Trennungsversuch (ca. 15 min) statt. Diese Trennungszeit kann in den nächsten Tagen ausgedehnt werden.
  2. Stabilisierungsphase Am 5. und 6. Tag stabilisiert sich die Beziehung zur Pädagogin.
  3. Schlussphase  Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn das Kind den Kindergartenalltag angenehm empfindet, in guter Stimmung spielt und in sozialen Austausch mit anderen Kindern und Erwachsenen tritt.

Das pädagogische Konzept

Kinder kommen als kompetente Individuen zur Welt, die ihre Lebenswelt von Anfang an mit allen Sinnen wahrnehmen und erforschen. Im Austausch mit vertrauten Personen entwickeln sie ihre Kompetenzen und ihre Persönlichkeit.

Neugier, Kreativität und Spontanität sind wichtige Antriebskräfte ihrer Entwicklung. Kinder verfügen über unterschiedliche Interessen, Begabungen und Bedürfnisse sowie über vielfältige Ausdrucksweisen und Kompetenzen.

 

Im Kindergarten Ing. Alois Schwarzplatz findet Bildungsarbeit orientiert an den Interessen der Kinder statt. Angelehnt an den österreichweiten Bildungsrahmenplan vertrauen die Pädagoginnen  auf die  Entwicklungspotentiale der Kinder und den damit verbundenen selbstinitiierten, - gesteuerten, und –geregelten Situationen als grundlegende Lernvoraussetzung. Sie sehen sich als Bezugsperson, Begleiterinnen und Unterstützerinnen, Zuhörerinnen, Lernpartnerinnen und Moderatorinnen. 

 

Dennoch wird von den Pädagoginnen versucht Tradition und Brauchtum in die Bildungsarbeit einfließen zu lassen.

 

In folgenden Bildungsbereichen werden die Kinder gefördert und auf die Schule vorbereitet:

 

  • Sprache und Kommunikation
  • Natur und Technik
  • Ästhetik und Gestaltung
  • Emotionen und soziale Beziehungen
  • Ethik und Gesellschaft
  • Bewegung und Gesundheit

 

Das Ziel der Bildungsimpulse in diesen Bildungsbereichen ist, die Kompetenzen des Kindes zu fördern und zu stärken.

 

Unter Kompetenz wird ein Netzwerk von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Strategien und Routinen verstanden, das jeder Mensch zusätzlich zur Lernmotivation benötigt, um in unterschiedlichen Situationen handlungsfähig zu sein.

 

Selbstkompetenz:

  • ... umfasst Selbstständigkeit, ein positives Selbstbild sowie die Bereitschaft und Fähigkeit Verantwortung zu übernehmen.
  • …personale Kompetenz stärkt Kinder im Umgang herausfordernder Situationen und ist eine wichtige Voraussetzung für eine positive Lebensgestaltung

Sozialkompetenz:

  • … unterstützt Menschen dabei, sich in unterschiedlichen sozialen Gruppen angemessen zu verhalten bzw. sich einzubringen.
  • …weitere Aspekte beziehen sich darauf, mit anderen zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten, mit Regeln umzugehen, sich in andere hineinzuversetzen sowie eigene Interessen angemessen zu vertreten.

Sachkompetenz:

  • …führt zu Urteils- und Handlungsfähigkeit in unterschiedlichen Bereichen. Dazu zählt z.B. der geschickte Umgang mit Materialien, Werkzeugen oder die Kenntnis, sachlich richtiger Begriffe zu verwenden.
  • …Sachwissen ist ein wichtiger Aspekt dieser Kompetenz.

Lernmethodische Kompetenz:

  • …Bewusstsein darüber, „dass man lernt, was man lernt und wie man lernt“
  • …Wissen um förderliche Lernstrategien
  • …Nachdenken über das eigene Lernen
  • …Fähigkeit, sich Wissen zu beschaffen

 

Die Prinzipien für konstruktive Gestaltung von Bildungsprozessen orientieren sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Entwicklung und Bildung von Kindern. Sie ziehen sich durch alle Spiel- und Lernsituationen und tragen dazu bei, Kinder in ihrer ganzheitlichen Entwicklung zu unterstützen.

 

Prinzipien

Ganzheitlichkeit und Lernen mit allen Sinnen- Lernerfahrungen( Sinneserfahrungen, sozial-emotionale, kognitive, motorische Erfahrungen) die durch Impulse gestärkt werden.

Individualisierung- Jedes Kind kann sich nach eigenem Ermessen einbringen und auswählen, an welchen Teilschritten der Angebote es mitmachen möchte.

Differenzierung- Was findet in welcher Gruppenform statt, wie bewährt es sich und warum, was wird nach den Interessen der Kinder angeboten?

Empowerment- die Stärken der Kinder in der Vordergrund zu stellen.

Lebensweltorientierung- Anknüpfen der Bildungsarbeit an die Lebens- und Lernerfahrungen der Kinder.

Partizipation- bedeutet Beteiligung und Mitentscheidung. Kinder lernen dadurch zunehmend mehr Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Diversität- bezieht sich auf individuelle Unterschiede wie Hautfarbe, Geschlecht, religiöse Zugehörigkeit und soziale Herkunft. Die Vielfalt stellt eine Chance für zahlreiche Lernerfahrungen dar.

Inklusion- Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse und ein Recht deren Anerkennung in der Gesellschaft.

Sachrichtigkeit- Bei der Vermittlung von Wissen werden Begriffe und Inhalte sachrichtig und entwicklungsgemäß verwendet.

Geschlechtssensibilität- Mädchen und Buben werden unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht darin unterstützt, unterschiedliche Potentiale ihrer Persönlichkeit zu entwickeln.

Transparenz- die Gestaltung des Bildungsalltags wird für Eltern und die Öffentlichkeit nachvollziehbar gemacht.

Bildungspartnerschaft- beschreibt die Kooperation zwischen allen, die am Bildungsgeschehen beteiligt sind.

Portfolio

Portfolios helfen dem individuellen Lernprozess des einzelnen Kindes mehr Beachtung zu schenken und die

Selbstständigkeit zu fördern. Sie zeigen und dokumentieren den unverwechselbaren Weg der Entwicklung sowie

des Lernens und stellen die eigenen Kompetenzen des Kindes dar. Die Portfolios begleiten daher die Lernenden

während der ganzen Kindergartenzeit und helfen die Lernprozesse zu steuern und die persönlichen Interessen

und Fähigkeiten aufzuzeigen.

Entwicklungsportfolio

Das Übergangsportfolio kann zur Erleichterung des Übergangs vom Kindergarten in die Schule und zur Schaffung von mehr Kontinuität in den Bildungsprozessen der Kinder beitragen.

Am Ende der Kindergartenzeit geht das Entwicklungsportfolio mit dem Übergangsportfolio und die „Schatzkiste“ in den Besitz der Familie über. Eltern entscheiden, ob sie die Informationen aus dem Übergangsportfolio an die Schule weiter geben. Sie können das Übergangsportfolio und eventuell Werke aus der „Schatzkiste“ gemeinsam mit ihrem Kind für Gespräche in der Schule nützen.

Das Portfolio bietet Gesprächsanlässe zum Austausch über Interessen, Stärken und Lernwege des Kindes. Das Kind hat die Möglichkeit zu zeigen, was ihm wichtig ist und was es bereits gelernt hat.

Der Austausch über das Portfolio unterstützt die Lehrerin/den Lehrer dabei, sich ein Bild vom Kind zu machen und den Unterricht entsprechend den Kompetenzen und Interessen der Kinder zu gestalten.