Die Entsiegelungsoffensive der Landeshauptstadt Eisenstadt geht in die nächste Phase: Nach dem erfolgreichen Bürgerdialog im Frühjahr steht nun fest, wie der Kalvarienbergplatz künftig aussehen soll. Eine neue Informationstafel direkt vor Ort zeigt die geplante Neugestaltung. Rund 350 Quadratmeter sollen zusätzlich entsiegelt werden. Neue Bäume, blühende Grünflächen, ein Wasserspiel und zusätzliche Sitzgelegenheiten sollen den Platz zu einem attraktiven Aufenthalts- und Begegnungsraum machen. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir den Kalvarienbergplatz gemeinsam mit den Menschen vor Ort weiterentwickeln wollen. Jetzt zeigen wir, was aus ihren Ideen geworden ist und wie wir den Platz Schritt für Schritt klimafit gestalten“, erklärt Bürgermeister Thomas Steiner. Die Arbeiten beginnen dieser Tage.
Der Kalvarienbergplatz bildet den Auftakt der Eisenstädter Entsiegelungsoffensive, die im September 2025 mit einem Grundsatzbeschluss auf den Weg gebracht wurde. Dass gerade dieser Platz am Oberberg den Anfang macht, ist kein Zufall: Bereits bei den Bürgerbudget-Abenden wurde der Wunsch nach einer Neugestaltung mehrfach geäußert. Beim Bürgerdialog im April nutzten schließlich mehr als 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, ihre Vorstellungen direkt vor Ort einzubringen. Die Anregungen wurden von der zuständigen Fachabteilung geprüft und sind in die weitere Planung eingeflossen.
Mehr Grün, weniger Hitze und neue Aufenthaltsqualität
Auf dem rund 1.700 Quadratmeter großen Kalvarienbergplatz wurden bereits etwa 250 Quadratmeter entsiegelt. Nun sollen weitere rund 350 Quadratmeter hinzukommen. Dafür werden bestehende Granitplatten entfernt und durch wasserdurchlässige Oberflächen sowie neue Grünbereiche ersetzt. Eine wassergebundene Decke ermöglicht künftig, dass Regenwasser besser im Boden versickern kann. Zusätzliche Bäume sollen an heißen Sommertagen Schatten spenden und gemeinsam mit klimaresilienten Stauden, Bodendeckern und blühenden Wiesenflächen das Mikroklima verbessern. Bei der Gestaltung wird auf das Schwammstadt-Prinzip gesetzt: Regenwasser soll möglichst vor Ort aufgenommen und gespeichert werden und so der Vegetation zugutekommen. Gleichzeitig entstehen neue Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Ein besonderes Gestaltungselement wird ein Wasserspiel, das an warmen Tagen zur Abkühlung beitragen und den Platz zusätzlich beleben soll. Neue Sitzbänke aus heimischem Holz, eine verbesserte Beleuchtung und zusätzliche Radabstellmöglichkeiten ergänzen das Konzept. Auch auf die Wünsche der Bevölkerung nach Windschutz und einer freien Sicht auf die Bergkirche wurde Rücksicht genommen.
Platz für Begegnung statt Busumkehr
Neben den ökologischen Verbesserungen steht vor allem die künftige Nutzung des Platzes im Mittelpunkt. Der Kalvarienbergplatz soll weiterhin Raum für Veranstaltungen, Feste und Begegnungen bieten. Gleichzeitig wird er vom bisherigen Buswendeverkehr entlastet. Dadurch entsteht mehr Platz für die Menschen und eine ruhigere Aufenthaltszone im Herzen des Oberbergs. „Der Oberberg mit dem Kalvarienbergplatz ist ein besonderer Ort für Eisenstadt. Mit der Neugestaltung wollen wir diesen Charakter bewahren und gleichzeitig mehr Grün und neue Möglichkeiten zum Verweilen schaffen. Besonders freut mich, dass viele Wünsche der Anrainerinnen und Anrainer berücksichtigt werden konnten“, betont Andrea Dvornikovich, Vorsitzende des Oberberg-Ausschusses. Die geplanten Maßnahmen sind mit Kosten von rund 150.000 Euro netto kalkuliert. Eine neue Informationstafel vor Ort zeigt den künftigen Platz anhand eines Gestaltungsplans.
Entsiegelung als Teil des Klimafahrplans 2040
Mit der Neugestaltung des Kalvarienbergplatzes setzt Eisenstadt einen weiteren Schritt im Rahmen des Klimafahrplans 2040. Die Entsiegelung öffentlicher Flächen ist dabei ein wesentlicher Bestandteil, um Hitzeinseln zu reduzieren, natürliche Bodenfunktionen wiederherzustellen und die Stadt besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Neben dem Kalvarienbergplatz stehen auch weitere Standorte wie der Domplatz, der Jerusalemplatz, die Wertheimergasse und der Colmarplatz im Fokus der Entsiegelungsoffensive. „Jeder Quadratmeter, den wir entsiegeln, ist ein Gewinn für das Stadtklima und für die Lebensqualität. Genau diesen Weg wollen wir auch an weiteren Standorten in Eisenstadt fortsetzen“, so Bürgermeister Steiner abschließend.
