Mit der Sanierung des Obeliskteichs beginnt ein weiterer entscheidender Schritt zur Wiederherstellung des historischen Wasserkreislaufs im Schlosspark Eisenstadt. Noch im Frühjahr wird die alte Betonschicht entfernt und die traditionelle natürliche Abdichtung des Teichs wiederhergestellt.
Die 2021 von der Freistadt Eisenstadt und Esterhazy gegründete gemeinnützige Schlosspark Eisenstadt Erhaltungs GmbH setzt im Rahmen des EU-Projekts ParksFit4Future ein lang vorbereitetes Vorhaben um: die Wiederherstellung des historischen Wasserkreislaufs im Schlosspark. Ein bedeutender Meilenstein wurde bereits 2025 mit der Errichtung der Pumpstation am Maschinenteich und der neuen Pumpdruckleitung bis zum Obeliskteich erreicht. Nun folgt der nächste zentrale Schritt: die umfassende Sanierung des Teichs selbst.
Im Frühjahr 2026 wird die vorhandene Betonschicht vollständig abgetragen. Darunter kommt die historische Lehmdichtung zum Vorschein, die fachgerecht ergänzt und instandgesetzt wird. Dadurch kann sich ab dem Sommer wieder dauerhaft Wasser im Becken sammeln – und der Teich erhält sein natürliches und ursprüngliches Erscheinungsbild zurück. Bürgermeister Thomas Steiner betont: „Der Schlosspark verbindet Lebensqualität für die Bevölkerung mit großer Anziehungskraft für unsere Gäste. Die Revitalisierung des Obeliskteichs ist daher ein wichtiger Schritt, um dieses einzigartige Natur- und Kulturerbe gleichermaßen für Einheimische und Touristinnen und Touristen weiterzuentwickeln. Mit der naturnahen Sanierung des Obeliskteichs setzen wir ein starkes Zeichen für nachhaltige Stadtentwicklung, die Geschichte bewahrt und gleichzeitig Raum für Erholung und Natur schafft.“
Christian Widder, Geschäftsführer der Schlosspark Eisenstadt Erhaltungs GmbH seitens Esterhazy, unterstreicht die Bedeutung des Projektfortschritts: „Mit dem Start der Sanierungsarbeiten am Obeliskteich setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt zur Wiederherstellung des historischen Wassersystems. Die Entfernung des Betons und die Rückkehr zu einer natürlichen Abdichtung schaffen nicht nur ein authentisches Landschaftsbild, sondern stärken auch die ökologische und nachhaltige Entwicklung des Schlossparks – für die Menschen von heute und für kommende Generationen.“
Hinweis für Besucherinnen und Besucher: Während der Bauarbeiten kann es vorübergehend zu erhöhtem Lärm- und Verkehrsaufkommen kommen. Nach Abschluss der Arbeiten entsteht rund um den Obeliskteich jedoch eine neue, atmosphärische Erholungszone – ein weiterer Gewinn für das kulturhistorische Kleinod der Stadt Eisenstadt.
Historische Bedeutung
Der Schlosspark Eisenstadt wurde ab etwa 1800 unter Fürst Nikolaus II. Esterházy zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet, in dem Wasser als zentrales gestalterisches Element eine tragende Rolle spielte. Um diesen Effekt zu ermöglichen, wurde ein technisch bemerkenswerter, vollständig künstlich geschaffener Wasserkreislauf errichtet – ein für die Zeit hochinnovatives System. Das Wasser stammte ausschließlich aus dem Maschinenteich, der einzigen natürlichen Quelle im Park.; Eine 1803 in London erworbene neuartige Dampfmaschine wurde 1804 in einem eigens errichteten Maschinenhaus aufgebaut und pumpte fortan das Wasser vom tiefsten Punkt des Parks zum höchsten: dem heutigen Obeliskteich. Vom Obeliskteich aus verteilte sich das Wasser über unterirdische Leitungen weiter im Park: Es speiste den kleinen Herzerlteich hinter den Glashäusern und über einen künstlich angelegten Wasserfall auch den mittleren Leopoldinenteich. Durch ein geschwungenes Bachbett floss es schließlich zurück in den Maschinenteich – der Kreislauf schloss sich. Dieses System machte das Wasser für Besucherinnen und Besucher im gesamten Park erlebbar und war zugleich ein Markenzeichen des englischen Landschaftsgartens, den Charles Moreau für Eisenstadt konzipierte.
Die Namensgebung des Obeliskteichs erfolgte erst später: 1871 ließ Fürst Nikolaus III. dort einen Obelisken zum Gedenken an seine Frau Sarah Child-Villiers of Jersey errichten. Ab den 1950er-Jahren verfiel der historische Wasserkreislauf zunehmend. Fehlende Pflege, entfernte Altbestände und ausbleibende Nachpflanzungen führten dazu, dass die künstlich angelegten Teiche austrockneten und die technischen Strukturen ungenutzt blieben. Erst in den 1990er-Jahren wurden der Leopoldinen- und der Obeliskteich im Zuge bürgerschaftlicher Initiativen saniert – der vollständige Wasserkreislauf blieb jedoch außer Betrieb.“
