Mit einem feierlichen Neujahrsempfang im Rathaus ist Eisenstadt offiziell in das „Jahr des Ehrenamtes 2026“ gestartet – so das Jahresmotto, das Bürgermeister Thomas Steiner gestern ausrief. Rund 350 Gäste aus Politik, Kirche, Vereinen, Kunst, Kultur und Wirtschaft folgten der Einladung. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich auch Landesrätin Daniela Winkler, Minister a.D. Martin Polaschek, Landeshauptmannstellvertreterin Anja Haider-Wallner, Volksanwältin Gaby Schwarz, Ehrenbürger Bürgermeister a. D. Peter Nemeth, Militärkommandant-Stellvertreter Raimund Wrana, Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth, Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich sowie Raiffeisen Generaldirektor-Stellvertreterin Eva Fugger. Die Veranstaltung stand auch im Zeichen der Solidarität: Die Spenden der Gäste kommen dem STOP-Projekt – Stadtteile ohne Partnergewalt – sowie der Nachbarschaftshilfe Eisenstadt zugute.
In seiner ausführlichen Festrede schlug Bürgermeister Steiner einen Bogen vom Rückblick auf das Jubiläumsjahr 2025 bis zu den Herausforderungen und Zielen für die kommenden Jahre. Der Jahresbeginn sei, so Steiner, „mehr als ein formaler Kalenderwechsel – ein Moment des Innehaltens zwischen dem, was war, und dem, was kommt“.
Das 100-Jahr-Jubiläum Eisenstadts als Landeshauptstadt habe die Stadt 2025 eindrucksvoll als kulturell lebendig, offen und zukunftsorientiert präsentiert. Besonders hob Steiner den Österreichischen Städtetag hervor, bei dem sich Eisenstadt als verlässlicher Partner innerhalb der kommunalen Familie gezeigt habe. Als kulturellen Meilenstein nannte er die Eröffnung der Stadtvilla, die seit April bereits über 8.000 Besucherinnen und Besucher angezogen habe und für einen modernen, reflektierten Umgang mit Stadtgeschichte stehe.
Auch abseits des Jubiläums habe Eisenstadt wichtige Akzente gesetzt: Die vollständige Elektrifizierung des Stadtbusses, täglich rund 1.700 Fahrgäste, der Status als Pionierstadt für Klimaneutralität, Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung sowie der einstimmige Beschluss der Teilbebauungspläne seien Beispiele für eine Stadtentwicklung, die Wachstum, Lebensqualität und Umweltschutz miteinander verbinde.
Deutlich wurde Steiner auch in seiner Analyse der aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen. Das Jahr 2026 stelle Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Umso wichtiger seien Offenheit, Prioritätensetzung und Verantwortungsbewusstsein – Werte, die sich im breiten politischen Konsens zum Budget 2026 widerspiegelten.
Mit Nachdruck unterstrich der Bürgermeister die Rolle der Gemeinden als Fundament des demokratischen Staates und richtete einen klaren Appell an Bund und Land: Wer Aufgaben auf die kommunale Ebene übertrage, müsse diese auch finanziell entsprechend ausstatten – „eine staatspolitische Notwendigkeit“, wie Steiner betonte.
Investitionen trotz schwieriger Zeiten
Trotz angespannter Budgets bekenne sich Eisenstadt auch 2026 zu Investitionen in Bildung, Zusammenhalt und Lebensqualität. Der Neubau von Volksschule und Kindergarten, die Eröffnung des Kommunikationszentrums St. Georgen sowie die Weiterführung aller städtischen Freizeit- und Sporteinrichtungen seien Ausdruck dieses Anspruchs. Gleichzeitig kündigte Steiner an, neue Formen der interkommunalen Zusammenarbeit zu prüfen, um langfristige Weiterentwicklungen zu ermöglichen.
Ein weiterer Schwerpunkt bleibe der Klimaschutz: Entsiegelungsprojekte auf innerstädtischen Plätzen, die Erweiterung des Fraunschielparks, ein geplanter Tiny Forest sowie ein nachhaltiges Energiekonzept für den Bauhof und den Stadtbus.
2026 – das Jahr des Ehrenamtes
Den emotionalen Höhepunkt der Rede bildete die Ausrufung des Jahres des Ehrenamtes 2026. Ehrenamt sei kein „Lückenfüller“, sondern das tragende Element des gesellschaftlichen Zusammenhalts, betonte Steiner. Sein Dank galt den Einsatzorganisationen, den Vereinen, dem sozialen Ehrenamt, der Jugend- und Kulturarbeit sowie all jenen, die still und oft unbemerkt helfen. „Eine Stadt kann verwaltet werden – eine Gemeinschaft muss getragen werden“, so der Bürgermeister. Ehrenamt sei gelebte Demokratie und werde in Eisenstadt 2026 sichtbar gemacht, anerkannt und gestärkt – nicht nur mit Worten, sondern mit Haltung.
Mit einem Appell an Zusammenhalt, Verantwortung und Engagement schloss Steiner seine Rede und wünschte allen Anwesenden ein gesundes, friedliches und zuversichtliches neues Jahr.
