Bereits zum achten Mal veröffentlicht die Landeshauptstadt Freistadt Eisenstadt ihren Transparenzbericht und legt damit umfassend offen, wie öffentliche Mittel eingesetzt werden. Der Bericht informiert übersichtlich über Einnahmen und Ausgaben, Personal, Vergaben, Förderungen, Subventionen und Transferzahlungen. Bürgermeister Thomas Steiner für das Jahr 2025 betont: „Transparenz ist für uns kein Schlagwort, sondern gelebte Verantwortung. Wer Steuergeld verwaltet, muss nachvollziehbar zeigen, wie Entscheidungen getroffen werden und wohin die Mittel fließen. Genau dieses Vertrauen wollen wir mit dem Transparenzbericht weiter stärken.“
Mit einem Vermögen von rund 173,4 Millionen Euro, Einnahmen aus eigenen Steuern von mehr als 17,1 Millionen Euro sowie 21,6 Millionen Euro Ertragsanteilen des Bundes zählt Eisenstadt trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin zu den finanziell starken Städten Österreichs. Gleichzeitig steigen jedoch die Belastungen für Gemeinden deutlich an. Allein die Transferzahlungen an das Land Burgenland inklusive Landesumlage beliefen sich 2025 auf 18,24 Millionen Euro, dh. Von 21,6 Millionen bleiben der Stadt effektiv nur 3,36 Millionen Euro. Trotz dieser Entwicklung investierte die Stadt konsequent in ihre Zukunft. Schwerpunkte bildeten unter anderem die Stadtvilla Eisenstadt, der Ankauf eines Grundstücks für den neuen Kindergarten- und Schulstandort, die Umstellung der Stadtbusflotte auf Elektroantrieb samt Ladeinfrastruktur sowie umfangreiche Investitionen in den Kanalbau und die kommunale Infrastruktur.
Über 20 Millionen Euro an Vergaben – 90 Prozent bleiben in der Region
Ein besonderes Augenmerk legt der Transparenzbericht erneut auf das öffentliche Vergabewesen. Im Jahr 2025 wurden durch Senat und Gemeinderat Vergaben in Höhe von rund 20,37 Millionen Euro beschlossen. Bemerkenswert dabei: 90,48 Prozent des Vergabevolumens gingen an Unternehmen aus Eisenstadt oder dem Burgenland. „Jeder Auftrag, der regional vergeben werden kann, stärkt unsere heimischen Betriebe, sichert Arbeitsplätze und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung in unserer Region bleibt. Transparenz und Regionalität schließen einander nicht aus – sie ergänzen sich hervorragend“, erklärt Bürgermeister Steiner.
Bildung und Soziales bleiben größte Ausgabenschwerpunkte
Der Rechnungsabschluss zeigt deutlich, wo die finanziellen Schwerpunkte der Stadt liegen. Mit 15,27 Millionen Euro entfiel der größte Anteil der Ausgaben auf den Bereich Unterricht, Erziehung, Sport und Wissenschaft. Weitere 14,64 Millionen Euro wurden für Soziale Wohlfahrt und Wohnbauförderung aufgewendet. Für Kunst, Kultur und Kultus stellte die Stadt rund 3,55 Millionen Euro bereit. Auch der sogenannte „Steuereuro“ verdeutlicht die Prioritäten: Von 1.000 Euro an Steuereinnahmen fließen statistisch 281 Euro in den Sozialbereich, knapp 180 Euro in die kommunale Daseinsvorsorge, rund 208 Euro in Bildung, Kinderbetreuung und Sport sowie lediglich 161 Euro in Verwaltung und Politik. „Gerade diese Zahlen zeigen sehr deutlich, dass der Großteil der öffentlichen Mittel unmittelbar den Menschen zugutekommt – sei es in Schulen, Kindergärten, sozialen Leistungen oder der kommunalen Infrastruktur. Genau dort setzen wir unsere Prioritäten“, so Steiner.
311 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für funktionierende Stadt
Transparenz schafft der Bericht auch im Bereich Personal. Mit Stichtag 31. Dezember 2025 beschäftigte die Stadt 311 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rathaus, Kindergärten, Tagesheimen, Wirtschaftsbetrieben und Stadtvilla. Der Frauenanteil liegt bei 69,8 Prozent, im Rathaus sind Führungspositionen bereits paritätisch besetzt. „Hinter jeder Leistung der Stadt stehen engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich dafür sorgen, dass unsere Stadt funktioniert. Der Transparenzbericht zeigt daher nicht nur Zahlen, sondern macht auch sichtbar, welche personellen Ressourcen für die vielfältigen Aufgaben einer modernen Landeshauptstadt erforderlich sind“, betont Bürgermeister Thomas Steiner.
Der Transparenzbericht dokumentiert außerdem sämtliche Förderungen und Subventionen. Direkte Förderungen an Privatpersonen beliefen sich auf rund 228.000 Euro. Den größten Anteil machte erneut der Innenstadtbonus mit 134.400 Euro aus, gefolgt von Heizkostenzuschüssen (19.800 Euro), Schulstartboni (14.960 Euro), Senioren-Tagesbetreuung (12.500 Euro) dem VOR-Klimaticket (11.700 Euro) sowie Förderungen für Photovoltaikanlagen, E-Bikes, E-Autos und weitere nachhaltige Mobilitätsmaßnahmen. Darüber hinaus unterstützte die Stadt zahlreiche Vereine, Kulturinitiativen, Sportorganisationen sowie Bildungseinrichtungen und leistete umfangreiche gesetzliche Transferzahlungen an Land, Verbände und andere Körperschaften. „Transparenz schafft Vertrauen. Wenn nachvollziehbar ist, wofür öffentliche Mittel eingesetzt werden, stärkt das die Akzeptanz politischer Entscheidungen. Der Transparenzbericht ist daher ein wichtiges Instrument für eine moderne und bürgernahe Stadtverwaltung“, betont Finanzstadtrat Michael Freismuth.
In dieselbe Kerbe schlägt auch SPÖ-Obfrau und 2. Vizebürgermeisterin Charlotte Toth-Kanyak „Transparenz ist eine Voraussetzung für Vertrauen in die Politik. Wer offenlegt, wie öffentliche Mittel eingesetzt werden, stärkt nicht nur die demokratische Kontrolle, sondern auch das Verständnis für notwendige Investitionen in Klimaschutz, Bildung und Lebensqualität.“
„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten erwarten sich die Menschen zu Recht einen verantwortungsvollen, transparenten und nachhaltigen Umgang mit öffentlichen Geldern. Durch den Transparenzbericht ist für alle gut ersichtlich, wie öffentliche Gelder eingesetzt werden und wie politische Entscheidungen zustande kommen“, stellt auch Grünen Klubobfrau Samara Sánchez Pöll fest.
