Kultur, Tourismus & Sport
Für mich kam nun die Aufgabe, es war Anfang März 2016, das richtige Material für die Skulptur zu nehmen. Ich fuhr nach Kärnten in den riesigen Steinbruch im Krastal. Ich war im Krastal schon mehrmals zu einem Steinsymposium eingeladen, wo ich drei Skulpturen erarbeitet habe. Hier liegen 30-40-Tonnen schwere Marmorblöcke. Es galt den richtigen Stein auszuwählen, auf Einlagerungen zu achten und ihn „abzuhören“; das heißt, mit dem Meißel abzuklopfen, um eventuelle Sprünge zu finden. Es sollte ein weißer Marmor mit hellgrauen Schlieren sein. Dann wurde das richtige Maß mittels Seilsäge weggetrennt. Schließlich brachte man den Marmorblock nach St. Johann in Osttirol in das Werk. Ich verbrachte drei Tage im Werk. Hier wurde der Marmorblock mittels Laser in die richtige Position gebracht und dann mit Sägeblättern, die einen Radius von 1,5m haben, geschnitten. Sehr aufregend!
Meine Idee, die Musik, in diesem Fall die „Tageszeiten“, darzustellen verwirklichte ich in unregelmäßig gestalteten Spitzen und Ecken, wobei die Flächen mit dem Meißel bearbeitet wurden und die spitzen Stellen geschliffen. Die Unregelmäßigkeit in diesen Formen stellt Haydns Bruch mit der Kontinuität dar, denn er entfernte sich vom gleichmäßigen Fortgang in der Musik. Die Vorderseite ist von Notenlinien durchzogen und im oberen Drittel befindet sich eine Bronzebüste von Joseph Haydn als Relief gearbeitet. Darunter die Signatur von Haydn in Bronze. Auf der Rückseite kann man den Titel des Denkmals lesen: „Le Matin“, „Le Midi“, „Le Soir“. Die Skulptur steht auf einem 6-eckigen Marmorsockel und drei Marmorbänke umschließen das Denkmal. Die Bänke sind gedacht um auszuruhen, zu meditieren, in Gedanken Musik zu hören."