* 7. November 1915, Eisenstadt
† 5. September 1978, Eisenstadt
gewählter Bürgermeister von 1950 bis 1977
Der 1915 in Eisenstadt als Sohn eines Landwirtepaares geborene Johann Tinhof maturierte an der Lehrerbildungsanstalt der Schulbrüder in Wien-Strebersdorf. Bis zu seiner Einberufung zur Deutschen Wehrmacht 1938 war er Lehrer und nahm seine Unterrichtstätigkeit nach der Rückkehr aus dem Krieg im Herbst 1945 wieder auf. Später wurde er zum Direktor der Hauptschule bestellt.
1947 trat er der ÖVP bei, wurde Stadtparteiobmann und zog in den Gemeinderat ein. Im Zuge der ersten freien Gemeinderatswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg wählten ihn 1950 die Mitglieder des Gemeinderats einstimmig zum Bürgermeister von Eisenstadt. Im Juni 1964 wurde Hans Tinhof als Landesrat für Schulangelegenheiten Mitglied der burgenländischen Landesregierung und übte diese Funktion bis 1971 aus.
Tinhofs Bürgermeisterzeit war vom spürbaren Aufbruch bestimmt: Eisenstadt war im Wachsen begriffen, was vor allem den Ausbau von Straßen, Beleuchtung, Kanal, Elektrizität usw. notwendig machte.
Um die Entwicklung der Stadt in geregelte Bahnen zu lenken, beschloss der Gemeinderat unter Bürgermeister Hans Tinhof einen Flächenwidmungsplan für den Wohnbau, Handels- und Industriebereich. Unter anderem entstanden zwischen 1945 und 1975 rund 1.000 Wohnungen, der Schulbau erfuhr zahlreiche Impulse, an denen auch Bund, Land und die Diözese teilhatten.
Ein weiteres wichtiges Anliegen Tinhofs war es, für die Jugend Platz für Sport und Bewegung zu schaffen, etwa durch die Errichtung eines Freibads, eines Stadions sowie der Stadthalle im Bereich des heutigen Kultur- und Kongresszentrums. Zudem strebte Tinhof die Etablierung der Stadt als Tourismusstadt an.
Eine wesentliche Veränderung für die Stadt brachte die Eingemeindung von Kleinhöflein und St. Georgen im Jahr 1971, wodurch Eisenstadt auf 10.062 Einwohner anwuchs.
Am 14. November 1977 übergab Hans Tinhof das Amt des Bürgermeisters an Kurt Korbatits. Damit endete eine 27-jährige Ära, in der Eisenstadt eine unglaubliche Veränderung und einen steten Aufschwung erlebt hatte.
Am 5. September 1978 verstarb Eisenstadts längstdienender Bürgermeister, zuvor noch zum Ehrenbürger ernannt, unerwartet in seiner Heimatstadt.